ŠumaWald – Ein Naturraum, der verbindet
Das grenzüberschreitende Fotoprojekt „ŠumaWald“ rückt die einzigartige Landschaft des Böhmerwalds in den Mittelpunkt. 40 Fotografen aus Deutschland und Tschechien haben dafür ihre Perspektiven auf den gemeinsamen Naturraum eingefangen. Die entstandenen Bilder waren im Februar im Kulturmodell Passau zu sehen – unser Projekt des Monats Februar.

Verwunschene Landschaften, eiszeitliche Seen, Moore und dichte Fichtenwälder: Der Böhmerwald – auf deutscher Seite auch Bayerischer Wald genannt – gehört zu den eindrucksvollsten Naturräumen Mitteleuropas. Genau diese grenzüberschreitende Landschaft sichtbar zu machen und Menschen dazu zu ermutigen, den Wald auf beiden Seiten der Grenze zu entdecken, ist die zentrale Idee des Projekts „ŠumaWald“.
Entstanden ist sie, als sich der deutsche Fotograf Steffen Krieger und der tschechische Fotograf Vladimír Kunc im Jahr 2024 erstmals trafen, um über ein gemeinsames Fotoprojekt zu sprechen. Kunc hatte schon länger den Plan, grenzüberschreitende Ausstellungen über den Böhmerwald zu organisieren – bislang fehlte ihm jedoch ein Partner auf deutscher Seite.


Ein Jahr an der Grenze als Initialgeber
Dank Daniela Kodýdková, die im Rahmen unseres Programms „Ein Jahr an der Grenze“ Menschen aus Deutschland und Tschechien miteinander vernetzte, kam schließlich der Kontakt zustande. In Steffen Krieger fand Vladimír Kunc einen begeisterten Mitstreiter für das Projekt. Schnell wurden weitere begeisterte Fotografen für das Vorhaben gewonnen und es konnte mit der Umsetzung begonnen werden, die auch Edmund Stern, Nachfolger von Kodýdková, tatkräftig unterstützte. Entstanden sind am Ende 40 Natur- und Landschaftsfotografien, die den böhmischen bzw. bayerischen Wald in all seinen Facetten darstellen. Ergänzt werden die Fotografien durch poetische Texte.


Ein grenzüberschreitendes Mittelgebirge
Neben der einzigartigen Darstellung des Naturraums Böhmerwald/Bayerischer Wald verfolgen die Initiatoren noch ein weiteres Anliegen: Sie möchten den Wald als gemeinsamen Landschaftsraum stärker ins Bewusstsein rücken. „Ich mache viele Exkursionen mit deutschen Teilnehmern in den tschechischen Nationalpark Šumava und dabei stelle ich immer wieder fest, dass vielen der Teil auf der tschechischen Seite gar nicht bekannt ist.“, sagt Steffen Krieger. Den Mittelgebirgszug als Ganzes, also über die Grenze hinweg, sichtbarer zu machen, sei von Anfang an eine zentrale Idee des Projekts gewesen, so Krieger. „In Deutschland trägt er den politischen Namen Bayerischer Wald, auf Tschechisch heißt er Šumava. Daraus ist auch das Wortspiel und der Name des Projekts ‚ŠumaWald‘ entstanden.“
Ausstellungen sind ein voller Erfolg
Das Projekt wurde bereits in Deutschland und Tschechien in Ausstellungen präsentiert und stieß dabei auf großes Interesse. Auch im Kulturmodell Passau war die Resonanz sehr positiv: Insgesamt besuchten mehr als 600 Menschen aus Deutschland und Tschechien die Ausstellung. Auch die Rückmeldungen fielen durchweg positiv aus, berichtet Steffen Krieger. Sowohl bei der Vernissage am 8. Februar als auch an den darauffolgenden Tagen äußerten sich viele Besucher anerkennend über die Ausstellung.


Weitere Ausstellungen geplant
Die Ausstellung in Passau ist seit Ende Februar zuende. Das Projekt geht jedoch weiter: Bereits im August ist eine weitere Ausstellung in Vimperk (Winterberg) geplant, im Oktober folgt eine weitere in Kašperské Hory (Bergreichenstein). Darüber hinaus soll ein zweisprachiger Bildband entstehen, der nicht nur die 40 Fotografien der Ausstellungen, sondern auch zahlreiche weitere Aufnahmen zeigt. Die Publikation wird unter dem Titel „Böhmerwald – Natur ohne Grenzen“ zweisprachig im Herbst herausgegeben.


