Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
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Zukunftsfonds gibt Fördermittel in Höhe von 609 000 Euro für weitere 106 deutsch-tschechische Projekte frei

 
 

Pressemitteilung, 20. September 2017

(Prag) Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds (DTZF) hat grünes Licht für weitere 106 grenzüberschreitende Projekte gegeben. Der Verwaltungsrat des Fonds bewilligte dafür auf seiner turnusmäßigen Sitzung in Bamberg Fördermittel in Höhe von rund 609 000 Euro.

Unter den Vorhaben finden sich auch rund 20 Projekte, die dank des Sonderprogramms des Fonds für deutsch-tschechische Kultur Start-ups im Rahmen des „Deutsch-tschechischen Kulturfrühlings 2017“ gefördert werden.

„Der über Jahre gewachsene deutsch-tschechische Austausch hat während des Kulturfrühlings zahlreiche neue Knospen in Form von innovativen Projektformaten entwickelt,“, begrüßte die Verwaltungsratsvorsitzende, Kristina Larischová.  

„Es hat sich bestätigt, dass gemeinsame Kulturinitiativen die Menschen beiderseits der Grenze auf die schönste und nachhaltigste Weise zusammenzubringen vermögen“, ergänzte ihre Stellvertreterin Petra Ernstberger „Hier sehen wir auch für die Zukunft noch ein großes Potenzial“, so Ernstberger. 

 

Auswahl aktuell bewilligter Projekte:
 

Kulturzug Prag – Dresden // Dresden – Prag

Trotz der geografischen Nähe zwischen Prag und Dresden gibt es bislang keine nennenswerte Kooperation zwischen den beiden größten Galerien beider Städte, der Nationalgalerie Prag und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Mit ihrem Kulturzug-Projekt signalisieren beide Institutionen jetzt den Auftakt für eine neue, langfristige Zusammenarbeit.
An vier Wochenenden im November und Dezember 2017 werden namhafte Künstler, Musiker und Schriftsteller aus Tschechien und Deutschland ein Programm im Eurocity-Zug zwischen Prag und Dresden gestalten, darunter etwa der Dichter Durs Grünbein oder die bekannte tschechische Konzeptkünstlerin Kateřina Šeda. Mit dem Kulturzug wollen die Veranstalter ein breites internationales Publikum verschiedener Altersstufen ansprechen. Der Zukunftsfonds fördert dieses unkonventionelle Vorhaben im Rahmen seines Sonderprogramms für kulturelle Start-ups.  

Der Zuschuss des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 25.000 Euro.

 

Kultur ohne Grenzen | Kultura bez hranic – Begegnung Bayern Böhmen 2018

Die grenzübergreifende Arbeit des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) als Kulturdrehscheibe, Vernetzungsstelle und Begegnungsort zwischen den bayerischen und tschechischen Nachbarregionen setzt das Projekt „Kultur ohne Grenzen | Kultura bez hranic – Begegnung Bayern Böhmen 2018“ fort. Ziel des Projektes ist es, die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit zu intensivieren und Menschen unterschiedlichster Zielgruppen – Schüler, Studierende und Lehrkräfte, Kulturinteressierte, Kunst- und Kulturschaffende, die breite Öffentlichkeit – in die grenzüberschreitenden Aktivitäten einzubeziehen. Seitdem Anfang 2017 Tandem Pilsen als Projektpartner an Bord gekommen ist, nehmen die Begegnungsangebote für Schulen auf beiden Seiten der Grenze größeren Raum im Gesamtprogramm ein.

Der Zukunftsfonds beteiligt sich an der Finanzierung mit einer Summe von 30.000 Euro.

 

Vladimír Holan: Gesammelte Werke, Band 11, Lyrik VIII: 1968-1971

Dank des ambitionierten Publikationsvorhabens einer zweisprachigen, kommentierten Gesamtausgabe der Werke von Vladimir Holan erhält der deutsche Leser erstmals die Möglichkeit, das Gesamtwerk dieses bedeutenden tschechischen Dichters in seiner ganzen Spannweite zu erfassen.
Der nun geplante 11. Band "Das Vorletzte" umfasst 250 Gedichte aus den Jahren 1968-1971, deren Veröffentlichung der Autor selbst nicht mehr erlebte, weil sie nach der Zerschlagung des Prager Frühlings nicht herausgegeben werden durften.
Die im renommierten Heidelberger Universitätsverlag Winter erscheinende Gesamtausgabe wird von den Literaturwissenschaftlern Dr. Michael Špirit aus Prag und Prof. Dr. Urs Heftrich aus Heidelberg betreut. Für die Übertragung des geplanten Bandes „Das Vorletzte“ konnte die bedeutende tschechische Übersetzerin Věra Koubová gewonnen werden.

Der Zukunftsfonds beteiligt sich an der Finanzierung mit einer Summe von 13.500 Euro.


Europa im Wandel

Bei diesem bilateralen Austauschprogramm, das bereits mehrfach vom Fonds gefördert wurde, begegnen sich jeweils zwölf tschechische und zwölf deutsche Studierende der Fachhochschule Münster und der Škoda Auto-Hochschule Mladá Boleslav in beiden Städten.
Im Verlauf des mehrtägigen, praxisorientierten Programms erhalten die Studierenden mittels Werksbesichtigungen und Hochschulbesuchen Einblicke in die Ausbildungspraxis sowie in die Lebenswirklichkeit von Gleichaltrigen aus dem anderen Land und stärken ihre interkulturelle Kompetenz. In Fallstudien setzen sie sich mit Aspekten wie Arbeitsrecht oder demographischer Entwicklung und Immigration auseinander. Für die tschechischen Studierenden dient das Programm zusätzlich zur Stärkung ihrer Deutschkenntnisse.

Die Unterstützung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 63.000 CZK.

 

"Gemeinsam erinnern für eine gemeinsame Zukunft" Kontakt- und Fortbildungsseminar für Lehrer/-innen aller Schularten aus Deutschland und Tschechien

Da die Auseinandersetzung mit historischer Erinnerung einen wichtigen Bezugspunkt für deutsch-tschechische Jugendbegegnungen darstellt, planen die Tandem-Büros in Pilsen und Regensburg in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Flossenbürg eine mehrtägige Lehrerfortbildung zum Thema "Gemeinsam erinnern".
Im Rahmen des Seminars sollen Methoden und pädagogische Konzepte der Erinnerungsarbeit kennengelernt und gemeinsame Projektideen erarbeitet werden. Darüber hinaus ist geplant, die Ergebnisse in einer zweisprachigen Methodensammlung für Multiplikatoren aus dem Schulbereich zu dokumentieren, so dass sie für weitere Schulaustausche genutzt werden können. Im Rahmen der Fortbildung wird zudem, in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsfonds, über Möglichkeiten der Projektförderung und Partnerfindung informiert.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit 5.780 Euro.

 

Migration–Grenzen–Vorurteile Kristallisationspunkte gesellschaftlicher Herausforderungen auf dem Weg zu einer offenen und diversen Gesellschaft

Die einwöchige bildungspolitische Jugendbegegnung der Partner Sonnenberg Kreis e.V. und The English College in Prague kreist um eines der sensibelsten Themen im deutsch-tschechischen Dialog der letzten Zeit: Die Frage nach dem Umgang mit Flucht und Migration.
In einem konstruktiven, offenen Dialog wird über die Ursachen von Migration diskutiert sowie über Ängste, Vorurteile und Lösungsstrategien. Die tschechischen und deutschen Teilnehmer sollen durch die Konfrontation mit anderen Meinungen ihren Horizont erweitern, Diskussionsstrategien erlernen und eigene Vorstellungen über eine diverse Gesellschaft entwickeln. Die Abschlussstatements der Schüler werden in kurzen Videos aufgezeichnet. Eingebettet ist das inhaltliche Programm in Sprachanimation und kleinere Ausflüge.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit einer Summe von 6.000 Euro.

 

Energetics - Energieerzeugung in Tschechien und Deutschland

Schüler des Prager Gymnasiums Přírodní škola und der Max-Grundig Schule (Fach- und Berufsoberschule) im Alter von 16-19 Jahren setzen sich gemeinsam mit der Geschichte, der aktuellen Situation sowie möglichen Perspektiven der Energiewirtschaft in Tschechien und Deutschland auseinander. Der Schwerpunkt liegt dabei in der direkten Verknüpfung von Theorie und Praxis. So werden neben der Vermittlung von Kenntnissen auch Exkursionen zu Betrieben unternommen, die im Bereich der Energieerzeugung tätig sind. In Tschechien besuchen die Schüler etwa das Braunkohlekraftwerk Prunéřov II, die Windkraftanlage Pchery oder das Kernforschungsinstitut Řež; in Deutschland z.B. das Pumpspeicherkraftwerk Walchensee, eine Biogasanlage mit Fernwärmenetz in Ansbach/Triesdorf oder die geothermische Anlage der Stadtwerke Unterhaching.
Die Schüler sollen durch das Projekt die Fähigkeit erwerben, Potenziale und Gefahren unterschiedlicher Energiequellen zu bewerten und darüber hinaus die unterschiedliche Haltung von Tschechen und Deutschen zu aktuellen Aspekten wie Energiesicherheit und Energieverbrauch zu beurteilen.

Die Fördersumme des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 4.000 Euro.

 

Digitale Jugend – Tschechische und deutsche Schülerinnen und Schüler zwischen WhatsApp und Wirklichkeit

Im Mittelpunkt dieser im Rahmen des Jahresthemas 2017 beantragten zwei Begegnungen des Immanuel-Kant-Gymnasiums Lachendorf und seines tschechischen Partnergymnasiums in Příbram steht die Digitalisierung des Lebens mit ihren unterschiedlichen Auswirkungen und Gefahren: Computer- und Smartphonesucht, Cybermobbing oder Fakenews.  
Die Auseinandersetzung mit diesen Themen wird von kompetenten Partnern begleitet: Die Celler Polizei wird mit den Teilnehmern über Internetkriminalität und Cybermobbing diskutieren. Bei einem Redaktionsbesuch der Celleschen Zeitung wird die Digitalisierung des Journalismus und unseriöse Berichterstattung thematisiert. Und durch ein Gespräch in der Fachstelle für Suchprävention 'Drobs Hannover' möchte man die Teilnehmer für das Suchtpotenzial von Computern sensibilisieren.

Eine vergleichende Umfrage an beiden Schulen soll zudem Aufschluss geben über die Mediennutzung deutscher wie tschechischer Schülerinnen und Schüler und deren persönliche Erfahrung mit Mediensucht und Cybermobbing.

Der Zukunftsfonds unterstützt das Projekt mit 3.123 Euro.

 

Weitere Informationen und Kontakt:

Silja Schultheis
Mail: silja.schultheis@fb.cz
Tel: +420 273 167 361
GSM: +420 737 505 790

 

 

 

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