Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
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„Saison der deutsch-tschechischen kulturellen Vielfalt“/ Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds unterstützt 169 neue Projekte, Schwerpunkt liegt auf innovativen Kulturvorhaben

 
 

 

Pressemitteilung, 21. Dezember 2016

 

(Prag) Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds (DTZF) hat am Mittwoch in Prag grünes Licht für die Förderung von weiteren 169 deutsch-tschechischen Projekten gegeben. Der Verwaltungsrat des DTZF bewilligte dafür Fördermittel in Höhe von knapp 1,3 Millionen Euro.

Besonders viele Projektvorhaben kamen diesmal aus dem Kulturbereich, dank einer Sonderausschreibung des DTZF im Rahmen des „Deutsch-tschechischen Kulturfrühlings“,  einer Initiative der Deutschen Botschaft Prag und des Goethe-Instituts Prag in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds anlässlich des 20. Jahrestages der Deutsch-Tschechischen Erklärung vom 21. Januar 1997.

„Die Deutsch-Tschechische Erklärung und die darauffolgende Gründung des Zukunftsfonds haben eine langfristige Förderung des kulturellen Austauschs zwischen beiden Ländern möglich gemacht“, betont Petra Ernstberger, die Verwaltungsratsvorsitzende des Zukunftsfonds. „Mit der Sonderausschreibung möchten wir Kulturschaffende beider Länder zu neuen, innovativen und kreativen gemeinsamen Kulturvorhaben unterschiedlichen Genres motivieren“, ergänzte Kristina Larischová, die stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende.  

Unter den bewilligten Projekten waren im letzten Jahresquartal traditionell auch zahlreiche Vorhaben aus dem Bereich Denkmalschutz, die sich die Renovierung von Baudenkmälern in der deutsch-tschechischen Grenzregion zum Anliegen machen.

 

Auswahl aktuell bewilligter Projekte:

Festival Meeting Brno 2017

Das Festival unter der Federführung der Schriftstellerin Kateřina Tučková bietet wie bereits im ersten Jahrgang 2016 ein breites Programm an literarischen Lesungen, Theater und Musik, kulturhistorischen Stadtbesichtigungen, bildender Kunst und Performances im Öffentlichen Raum, und nicht zuletzt einer Reihe von Diskussionsforen mit hochkarätigen Gästen. Ziel ist es, die Vergangenheit und die Gegenwart Brünns aus verschiedensten Perspektiven zu beleuchten und an das multikulturelle Zusammenleben von Tschechen, Deutschen und Juden zu erinnern.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit 1.000.000 CZK.

 

So macht man Frühling - Deutsch-Tschechisches Kulturfestival in Bremen im Rahmen des Deutsch-Tschechischen Kulturfrühlings 2017

Ein breit konzipiertes Festival, das es sich zum Anliegen macht, die Vielfalt der tschechischen Kultur und der deutsch-tschechischen Kulturbeziehen abzubilden und der Öffentlichkeit einen umfassenden Überblick über die aktuelle tschechische Kulturszene zu bieten. Neben einem Genre übergreifenden Angebot an Filmvorführungen, Konzerten, Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen stehen auch Diskussionen zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen auf dem Programm. Organisiert wird das Festival vom neu gegründeten „Bremer Bündnis für deutsch-tschechische Zusammenarbeit“, zu dem u.a. Vertreterinnen des Bremer Theaters, der Universität Bremen und des Festivals globale° gehören.

Die Unterstützung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 25.000 Euro.

 

“FLIESSENDES EUROPA” - zentrale Programmlinie des 21. internationalen Theaterfestivals DIVADELNÍ FLORA  

„Fließendes Europa” ist der dramaturgische Hauptbestandteil des im Mai 2017 in Olomouc stattfindenden 21. Theaterfestivals „Divadelní Flora“ – einer der anerkanntesten Veranstaltungen seiner Art in der Tschechischen Republik und zugleich das bedeutendste Theaterfestival in Mähren. Vier Theaterinszenierungen der deutschen Regisseurin Yael Ronen  des Maxim-Gorki-Theaters beziehungsweise des tschechischen Regisseurs Dušan David Pařízek setzen sich mit dem  kulturellen, demografischen und sozialen Wandel auf dem „Alten Kontinent“ auseinander, mit dem erhöhten Migrationsdruck, den langfristigen Folgen der Globalisierung und der Tradition des multikulturellen Zusammenlebens. Die Inszenierungen, eine davon („Kausa Schwejk“) eine tschechisch-deutsche Koproduktion, zählen zu den originellsten deutschen und deutsch-tschechischen Theaterwerken der vergangenen Saisons.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit einer Fördersumme von 30.000 Euro.

 

Eberhard Havekost: Inhalt

Auf Initiative der Prager Galerie Rudolfinum und des Berliner Zentrums für zeitgenössische Kunst KINDL stellt der in Deutschland geschätzte und in Tschechien nahezu unbekannte zeitgenössische deutsche Maler Eberhard Havekost erstmals in Prag aus. Die Übersicht seiner Arbeiten aus den vergangenen zehn Jahren wird von beiden Projektpartnern gemeinsam konzipiert. Neben den klassischen, kommentierten Führungen durch die Ausstellung und speziellen Begleitprogrammen für Schulen bereitet die Galerie Rudolfinum eine Programmserie vor, die auf einen breiteren Kontext der Werke von E. Havekost und seine Verbindung mit der deutschen Kultur ausgerichtet ist. Im Herbst wird die Ausstellung dann in Berlin gezeigt.

Die Unterstützung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 420 000 CZK.

 

Tschechische Herausgabe des Buchs "Afghanistan. München. Ich."

Mit der tschechischen Ausgabe des Buches "Afghanistan. München. Ich" möchte der antragstellende Verein Antikomplex neue Impulse in der aktuellen tschechischen Flüchtlingsdebatte setzen. Der Autor des Buches, Hassan Ali Djan, floh als elfjähriger Junge nach dem Tod seines Vaters aus Afghanistan, zunächst in den Iran, später nach Deutschland, um seine Mutter und seine jüngeren Geschwister ernähren zu können. In dem Buch schildert er sehr eindrücklich seine Flucht und seine schrittweise Ankunft in Deutschland. Ali Djans Geschichte zeigt, wie wichtig für ankommende Flüchtlinge das Gefühl der menschlichen Akzeptanz und des "Wilkommen-seins" ist. Das Buch wird in der tschechischen Fassung noch um Beiträge von deutschen Soziologen und Integrationsarbeitern ergänzt. 

Die Unterstützung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 138.000 CZK.

 

Erneuerung von kleinen sakralen Bauten in Martínkovice/Märzdorf in der Braunauer Gegend

In der barocken Kulturlandschaft um Broumov haben die ehemaligen deutschen Bewohner neben dem herausragenden ehemaligen Benediktinerkloster in Broumov und der sog. Braunauer Kirchengruppe der Architekten Christoph und Kilian Ignatz Dientzenhofer eine Vielzahl kleinerer sakraler Denkmäler hinterlassen - Kalvarienberge, Kreuzwege, Mariensäulen, kleine Kapellen. Ziel des vorliegenden Projekts ist die bauliche Erneuerung und Restaurierung von sieben kleinen Baudenkmäler, hauptsächlich Kreuze im Katastergebiet der Gemeinde Martínkovice.Das Projekt des tschechischen Vereins Omnium ist ein weiteres gutes Beispiel der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit bei der Erhaltung von Baudenkmälern in der Grenzregion. Projektpartner auf deutscher Seite ist Zuzana Finger, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen. 

Der Zukunftsfonds unterstützt das Projekt mit einer Summe von 145.000 CZK.

 

Wiederherstellung der Kirche des Hl. Simon und Judas in Rožmitál/Rosenthal

Die gotische Kirche des Hl. Simon und Judas in Rožmitál/Rosenthal, die sich auf der Liste der Kulturdenkmäler der Tschechischen Republik findet, wurde bislang nur mittels kleinerer Reparaturen instandgehalten. Nun planen die Projektpartner, die Gemeinde Rožmitál auf tschechischer und der „Förderkreis Katholische Kirche Marie Himmelfahrt“ auf deutscher Seite den Ausbau eines Entwässerungssystems und anschließend die Reparatur der Außenfassade, einschließlich der Fenster. Die Kirche ist ein wichtiger Ort des Zusammentreffens zwischen der tschechischen Bevölkerung und den ehemaligen deutschen Bewohnern und soll nach der Rekonstruktion weiter für Begegnungen und Messen offen stehen.

Die Unterstützung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beläuft sich auf eine Summe von 500.000 CZK.

 

Weitere Informationen und Kontakt:

Silja Schultheis
Mail: silja.schultheis@fb.cz
Tel: +420 283 850 512
GSM: +420 737 505 790

 

 

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